Integrationsprojekte


Integrative Sportferienfreizeit

Das grösste Projekt der FT 1844 Freiburg in Sachen Kinder- und Jugendförderung, Integration und Familienhilfe ist die halb- oder ganztägige Sportferienfreizeit, die bis zu 1500 Kindern zwischen 5 und 14 Jahren in allen Schulferien eine sportliche Heimat bietet, gemeinsam mit alten und neuen Freunden die lange Zeit der Ferien aktiv, sinnvoll und mit vielen Chancen auf Lernen zwischen Sport und Sozialem zu verbringen. Im Jahr 2006 nahmen in 115 betreuten Gruppen mit 200 Gruppenleitern 2000 Kinder im Alter von 5-14 Jahren teil, davon 153 Kinder ausländischer Abstammung, 57 Kinder von Migranten und 38 behinderte Kinder. Insgesamt wurden 19 Gruppen durch die integrative Ausrichtung mit einer zusätzlichen Assistenzkraft ausgestattet. Längst ist die Tagesbetreuung der FT 1844 Freiburg in der Stadt und über Ihre Grenzen hinaus zu einer verlässlichen und für Hunderte von Familien unverzichtbaren Unterbringungsmöglichkeit für ihre Kinder in den Ferien geworden.

Die eigentlichen Lernprozesse spielen sich aber auch hier zwischen den Zeilen ab:
Kinder , die in den Genuss der Ferienfreizeit kamen, kommen heute zu uns als Helfer und Assistenten, um ein kleines Taschengeld zu verdienen, aber vor allem um als Jugendleiter ihre eigenen Erfahrungen einzubringen. Seit der Verein das Angebot auch integrativ anbietet, wurden sie zu unersetzlichen Assistenten, allein oder zu zweit, die dem Sportlehrer zur Seite stehen bei dem schwierigen Unterfangen, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen sportlich durch den Tag zu begleiten. Den Mehraufwand an Personal- und Materialkosten trägt der Verein selbst, er soll nicht auf die betroffenen Familien durch einen erhöhten Beitrag abgewälzt werden. In Zeiten knapper Kassen wird auch hier die Solidarität aller auf die Probe gestellt. Seit 2001 gibt es für benachteiligte Familien, insbesondere auch ausländischer Abstammung,
ein Kontingent an Freiplätzen für Kinder, die aus Kostengründen nicht teilnehmen könnten. Enge Kooperationen mit den Sozialträgern wie z.B. der Caritas oder anderen Partnern (der Ausländerinitiative Freiburg u.a.) sollen einen leichteren Einstieg für sportferne Gruppen sichern helfen.

Kooperation Sport und Behinderung

Basierend auf einer Kooperation Schule/Verein des Badischen Sportbundes entwickelte sich das wohl wichtigste Integrationsprojekt der FT mit der Richard Mittermeierschule für geistig behinderte Kinder. Es ist ein besonderes Erlebnis die Freude und Begeisterung der bis zu 16 Jahre alten Kinder und Jugendlichen beim engagierten Unterricht unseres Sportlehrers zweimal pro Woche, aber auch ihre Lebendigkeit vor und nach den Stunden im FT-Sportpark, zu spüren. Die Offenheit des Vereins ermöglicht hier benachteiligten Kindern kostenfrei nicht nur eine unkomplizierte Chance auf kompetenten Bewegungsunterricht, es gibt ihnen auch die Möglichkeit sich draussen im Umfeld zu bewegen, aus ihrer schulischen Abgeschiedenheit aus zu brechen. Die Schulleitung sieht hier eine wichtige Option für soziale Integration.

Jiu Jitsu und Gewaltprävention

Ein Großprojekt war das Schulprojekt "Jiu Jitsu und Sozialtraining" aus dem Bereich der Gewaltprävention. Auf Initiative der Abteilungsleitung Jiu Jitsu Herrn Muneer B. Fennell (6. Dan, Meisterschüler der Moses Powell Schule New York), Herrn Rolf Heitbrink als durchführender Lehrkraft und den 4 beteiligten Schulen in strukturschwachen Stadtteilen begann das Projekt im März des Jahres 2002. Hohes Aggressionspotential und latente Gewaltbereitschaft sind hier ein alltägliches
Problem. Das spezifische Training von Herrn Rolf Heitbrink, der ehrenamtlich seit Jahren mit gewaltbereiten Jugendlichen in der offenen Jugendarbeit tätig ist, wurde in den Stundenplan der Schulen vormittags eingegliedert. Die Attraktivität der Sportart, der Respekt vor der sportlichen Autorität, die große Erfahrung der Lehrkraft und ein durchdachtes Unterrichtskonzept mit übergreifenden Rollenspielen, Krisenintervention und erlebnispädagogischen Hilfen erzeugten schnell eine hohe Zufriedenheit aller Beteiligten. Alle Schulen würden das Projekt gerne fortsetzen, viele neue Schulen sind daran interessiert.

Mit Inline von der Straße

Die Inlineabteilung des Vereins ist ein weiteres Beispiel gelebter Integration mit Sport im Mittelpunkt, die aber nicht möglich gewesen wäre ohne das weit über das Mass der üblichen Betreuung durch Trainer und Übungsleiter hinausgehende Engagement der damaligen Inline-Instruktoren des Vereins, Jens Hoffmann und Andi Mündörfer. Sie schafften es Jungs
über Schulkooperationen 'fast von der Strasse' zu holen, sie für eine Sache zu begeistern, dabei zu bleiben, Zeit und Energie zu investieren, Rückschläge zu meistern und gemeinsam erstaunlich schnell etwas zu erreichen, Erfolg und Anerkennung zu bekommen. Es entstand eine 'Mulitikulti'-Showtruppe, die durch ganz Deutschland tourt, in Stadien auftritt, Meisterschaften bestreitet, grosse Events bereichert, aber auch zwischen Show und Sport sich bei schulischen oder privaten Probleme falls nötig sich gegenseitig hilft. Das Vorbild junger Trainer, die mehr als nur Sport und Leistung vermitteln wollten, einen Draht zu den Jugendlichen über sportliche Leistung fanden, sie aber auch privat ernst nahmen, schaffte Raum für soziales Lernen, wie man es sich nur wünschen kann, schaffte Raum für wirkliche gelebte, unverkrampfte Integration.
 
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